Über den Sog zum Abgrund: Ihn verstehen und die Ohnmacht durchbrechen

Es gibt ein paar Dinge, die mir auf meinem Weg mit den Extremen in meinem Inneren auf essentielle Weise helfen:

Die für mich bahnbrechende Erkenntnis meiner eigenen Führerschaft.

Tanz.

Die Heil-Arbeit mit Carlota.

Und dieser eine Text von Christiane Beerlandt über die Borderline-Persönlichkeitsstörung. Wichtig ist dabei nicht, ob ich diese „Störung“ – was für ein unfassbar determinierendes Wort – „habe“ oder „nicht habe“. Ich glaube, sehr viele Menschen haben heutzutage vereinzelte Eigenschaften dieses Phänomens in der Struktur ihrer Psyche. Für mich kommt es bei diesem Phänomen vor allem darauf an, dass man sich seiner extrem starken Fähigkeit zu manifestieren bewusst wird – sowohl im „Guten“ als auch im „Schlechten“.

Die Worte dieses Textes klingen in mir nach seit geraumer Zeit. Sie heilen mich, geben mir genau die richtigen Wegweiser. Sie sind heilig für mich. Darauf – und nur darauf kommt es an.

Die roten Textausschnitte stammen also aus: Der Schlüssel zur Selbstbefreiung. Enzyklopädie der Psychosomatik, Christiane Beerlandt. Artikel Borderline Persönlichkeitsstörung, S. 1223 ff.

Es ist an dir, Mensch, dir der Tatsache bewusst zu werden, dass dein lebender Selbstkern fortwährend Lebenskräfte vorantreibt, in dir sein und wachsen lässt…, auf dass du sie nutzen wirst. Wenn du dich NICHT als Führer an die Spitze dieser Energie-Masse stellst, wird sie weiterhin ein wenig hilflos und verirrt im Kreis fließen.

… es geht darum, dass es einen Meister geben muss, der SELBST weiß, dass er sein Leben lenken kann, der zu jedem Zeitpunkt das tut, was er fühlt tun zu müssen in seinem Leben.

Wähle Zwischen „Gut & Böse“ – oder lasse beides verschmelzen zu einer neuen, unendlichen Weite

Wenn das eigene hochsensitive, feinfühlige (Energie-)System blitzschnell und direkt reagiert – auf jeden einzelnen Gedanken, jede Vorstellung, jeden Glauben, den ich für wahr halte… Jeden Tag, in jeder Sekunde… dann ist das Fluch oder Segen! Dann ist das Himmel oder Hölle! Dann erfordert das höchste mächtigste Entscheidungskraft und den Willen zum Lichtvollen, sich immer und immer wieder erneuernde Ausrichtung. Das Steuer herumreißen und dem starken Sog von Dunkelheit, Lethargie und Depression zu widerstehen. Und das habe ich in den letzten Wochen SO OFT geschafft! WOW, ANNA! Was für eine Leistung, was für eine Kraft und ein Befreiungsschlag! ENDLICH entdecke ich diese Kraft in mir.

Als ich eines Morgens wieder drohte in das tiefschwarze, bodenlose Loch zu fallen und ich volle Fahrt Richtung Tod, anstatt Leben unterwegs war, da saß ich auf der Yogamatte und mit aller heiliger rational-männlichen Kraft überwand ich den Sog und riss das Steuer herum. Dieser Bruchteil einer Sekunde, dieses winzige Ereignis im Universum ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit an mir selbst und der sich endlich, endlich integrierenden Erkenntnis, dass ICH allein die einzige Machthaberin über meinen Geist bin. ICH HABE DAS STEUER IN DER HAND.

Ich öffnete mir in diesem Moment die Augen für die Fülle und erlebte die dahinter hervorsprudelnde Ekstase.

Es geht nicht darum, irgendetwas mehr zu tun oder mehr zu können oder anders zu sein, sondern nur um die un-bedingte Annahme von ALLEM was ist und somit auch was ich BIN. Dort hinein zu sinken und von hier aus zu erschaffen, zu sehen, zu agieren. Von hier aus ist alles (im Herzen) eingetränkt in Liebe, in warmes gelbliches Licht und in Frieden!

Lasse es nicht alles ‚einfach so‘ laufen und fließen: Mache etwas mit diesen Energien, mache etwas Prachtvolles aus deinem Leben. Begleite deine Kräfte in die richtige, aufbauende Richtung. Nur du bist dazu in der Lage!

…MACHE WEITER! Bleibe nicht zögerlich am Rand deines Lebens stehen, zweifle nicht an dir selbst, sondern nutze auf dynamische Weise deine Lebensenergien, die fortwährend herbeiströmen. So können auch Ängste verschwinden.

Das allerletzte, was du tun solltest, ist, dich sozusagen als ‚unfähig‘ abzustempeln, oder zu behaupten, dass du allen diesen Energien in dir nicht gewachsen wärst… Alles wendet sich; du wirst gut und immer stärker fühlen, wenn du weißt, dass es nur einen Meister über dich selbst, über deine Energien gibt: Und das bist DU.

...Dazu brauchst du nicht in deinen Kopf zu schauen, sondern einfach zu tun, zu handeln, zu leben, wie du WIRKLICH VON INNEN HERAUS fühlst, leben zu müssen… ohne, dass jemand anderes etwas dazu zu sagen hätte.

Und dann war da der Tag mit Maël auf dem schönen Spielplatz bei den Rampenstraße – zuerst Zwangsgedanken, Enge, Chaos. Ich versuchte innerlich zu meditieren, immer und immer wieder. Und dann schaffte ich den Turn. Den Shift. In meine Wasser-Welt, in mein Zuhause, in den einen Frieden. Tief im Becken verankert und in der Stille, so köstlich ruhend in mir. Ich sang ein Lied von Alice Phoebe Lou, während ich mit Maël die idyllische kleine Seitenstraße entlang lief und ein Typ aus dem Fenster schaute, uns friedlich anlächelte. Einer dieser heiligen Momente, in der sich die Unendlichkeit des Universums im gleißenden Licht in mir ausbreitet.

Auch später noch bei der Arbeit hatte ich dieselbe Erdung und konnte aus meiner wahren, freudigen, spritzigen Selbst-Energie heraus agieren und vor allem sprechen. Das ist dann ein ganz neues Ich, eins, dass endlich viel mehr eigenen Raum einnehmen kann… Neues Sein und vor allem neue Macht! Macht ist nicht per se negativ. In diesem Fall ist sie positiv. Und im Sinne der wahren Selbstermächtigung ist sie zutiefst erwünscht. Macht ist notwendig, unabdingbar. Wenn ich meine wahre Kraft leben und zeigen und meinen ganzen Raum einnehmen möchte, brauche ich meine Macht zurück! Darf ich bei mir bleiben, ohne Energie abzugeben / mich zu verlieren / mich kleiner zu machen, als ich bin. Es geht um das Erobern meines Platzes. Wow, was für eine große Furcht ich oft noch habe vor dieser Verantwortung!

Was bedeutet es, wirklich meine Macht anzunehmen? Was bedeutet es, wirklich in meine weibliche Fülle zu sinken? Ich kann es immer mal wieder erahnen…

Ich erkenne jetzt. So viel.

Bin so dankbar

so im lichtvollen Frieden an vielen Tagen.

Ja, oft fühle ich diese Einsamkeit, das Isoliertsein nach wie vor, doch ich nehme es an als Teil meines Weges. Möchte über mich und andere in Liebe denken und sprechen, um nicht immer wieder diese eine Trennung aufkommen zu lassen.

„Er ist gegen mich.“

„Ich muss mich schützen.“

„Ich muss kämpfen!“

„Sie ist einfach besser als ich.“

= TRENNUNG

= ILLUSION

„Er liebt mich so tief!“

„Ich bin toll und sie ist es auch. Bei Vergleichen mache ich sofort ein STOPP. Denn wer sich vergleicht hat jedes Mal schon im selben Moment verloren!“

„Niemand tut etwas gegen mich. Nur für sich. Niemand verurteilt mich so hart, wie ich mich verurteile.“

= EINHEIT, HEILENDE WAHRHEIT

Und dein Gehirn, deine Hypophyse und andere Drüsen hören auf diesen Hirtenstab der Autorität.

Erst jetzt wird deine Existenz fruchtbar, sinnvoll, ja „voll“; jeden Zweifel über dich machst du zunichte.

Du brauchst letztendlich keinen ‚Dampf‘ mehr abzulassen, wenn du dich selbst fortwährend in die Richtung des Lebens lenkst, du verlierst dich nicht länger in Selbstzerstörung und Unglaube in Bezug auf deinen eigenen Wert und deine Kraft.

Erwarte nicht, dass jemand anderes es tun wird, erwarte nicht, dass eine andere Person dir die Liebe geben wird….DU musst dir alles geben...Erst dann, in Folge dieser Selbstliebe, dieser inneren Meisterschaft, wirst du liebevolle, bereichernde Beziehungen zu anderen erleben können…. Erwärme und erleuchte dein Wesen voller Freude. Auf diese warme Vibration hin wirst du anderen Menschen begegnen, die ebenso auf meisterhafte Weise aus ihrem Herzen heraus leben und aus der Kommunikation mit dir Befriedigung schöpfen können.

Deine eigene Größe erkennen, ohne dass du dabei die Bodenhaftung verlieren und zur anderen Seite neigen müsstest, dann handelt es sich um (…) manisch-depressive Verhaltensweisen. Es ist entscheidend, deinen Wert nicht daran zu bemessen, wie jemand ANDERES dich findet; du solltest dich nicht aufblähen, um (…) durch Zuschauer anerkannt zu werden.

Du solltest hingegen in dich selbst hinabgleiten, GANZ STARK IN DEN DEINEN PHYSISCHEN Körper kommen, damit verschmelzen.

Versuche in innigen, nahen Kontakt mit dir selbst, mit deinem Körper zu kommen. Liebe dich selbst, verlasse dich niemals dadurch, dass du dich lediglich mit einem Teil von dir identifizierst (…) mit einem „Traumbild“ (…), ein idealisiertes Bild. SEI GANZ EINFACH DU SELBST… und das ist PRACHTVOLL!

Also… möchte ich etwas Prachtvolles aus meinem Leben machen, auch aus der Scheiße. Möchte ich nicht mehr „zögerlich am Rand stehen bleiben“, sondern geradewegs hineinspringen! Und auch drinnen bleiben, weiter fließen, mit mir mitgehen. Tiefe Innigkeit mit mir üben, jeden einzelnen Tag, und die Welt da draußen leiser werden lassen. Bestätigung von außen hin oder her, schön und gut – es gibt nur den einen Weg und der beginnt innen.

Es ist eben ein Weg, ein sehr unperfekter und wunderschöner Weg. DANKE.

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