Die Ekstase des Nichtwollens

Das, was du sein willst – du bist es bereits.

Da ist ein Verlangen. Eine Sehnsucht. Ein Wunsch. Der Wunsch, etwas oder jemand zu sein. Sich so und so zu fühlen. Nach diesem einen Britzeln. Nach dieser einen Magie. Bekannt und begehrt zu sein, angesehen. Einzigartig, funkelnd. Tief und lebendig. Was trennt dich von diesem Wunsch, von diesem anderen Ich? Ist es die Zeit, ist es das „noch nicht Erreichte“? Bist du noch nicht vollständig und sehnst dich nach dieser Vervollständigung? Die Lösung ist einfach. Löse auf, was dich davon abhält, ganz in dieses Gefühl zu tauchen, das du dir wünschst. Du sehnst dich danach – es ist bereits da, vor dir, in dir. Zum Greifen nah und doch fern? Du bist es. Und du bist es nicht. Du bist alles.

Die Verzweiflung über den scheinbar nie endenden Mangel in dir, über diesen scheinbar unüberwindbaren Berg hin zu dem, der du sein willst – sie ist Trennung. Sie ist Aufspaltung. Sie spaltet dich. Sie bewirkt, dass du nicht klar siehst und nicht mühelos sein kannst. Dringe durch die Verzweiflung hindurch an den Punkt, an dem du für einige Sekunden alles loslässt. Jeglichen Widerstand. Es ist, als würdest du eine Schleuse öffnen und plötzlich kann das Wasser in alle Richtungen strömen. Endlich kannst du dich ausdehnen. Du spürst, dass du viel mehr bist, als diese kleine Verzweiflung und die beengte, trennende Wahrnehmung deines Selbst.

Das, was ich sein will – ich BIN es schon. Es gibt nicht die von mir getrennte erfolgreiche und vor Magie pulsierende Anna in der Zukunft, von der ich denke, dass sie viel erfüllter ist, als ich es jetzt bin. Das ist ein Bild, entstanden aus der Trennung. Entstanden aus Mangel. Bin ich dann voller, gefüllter, mehr, wenn ich dort angelangt bin? Bin ich dann mehr „wert“? Bin ich dann mehr „ich“? Niemals wird die Zukunft oder eine Idee der Zukunft die Lösung bringen. Nur das Loslassen bringt die Lösung – das Problem löst sich auf.

Niemals werde ich die Erfüllung und den Erfolg festhalten können. Mich zu sehnen und festhalten stockt – stoppt – blockiert die natürliche, fließende Bewegung des Lebens, das durch mich um Ausdruck bittet. Ich bin bereits, was ich sein will und lasse den Wunsch los. Reine Lebens-Ekstase durchströmt mich. Der zuvor verspürte Druck und die Verzweiflung? Aufgelöste Tropfen im riesigen Ozean des All-Eins. No worries. No fear. Alles ist da. Schon immer. Entspannung breitet sich in meinem Körper aus. Alles fließt warm. Hier enden die Worte und die Stille darf sich ausdehnen.

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