Der Blick

 

Ich war gerade als frische Praktikantin angekommen in Heiligenfeld, einer ganzheitlichen psychosomatischen Klinik. Es handelt sich dabei um einen wundersamen Ort in Bad Kissingen – es ist wahrhaftig ein heiliger Ort. Die erste Woche hatte begonnen und ich war ganz erregt und schon so erfüllt von den Erlebnissen und Begegnungen, die ich machte. Pulsierend ist diese Klinik, etwas liegt dort in der Luft.

Es war noch warm an diesen spätsommerlichen Tagen und ich war bereits vollkommen verliebt in meine Mitpraktikanten. Ich erwartete nichts von diesem Praktikum – und bekam alles. Ich sollte genau zu jener Zeit mit jenen Leuten dort sein. Vor allem in den ersten Tagen war ich sehr neugierig auf jede weitere Bekanntschaft, überwältigt von der Herzlichkeit der Mitarbeiter, sprachlos ließen mich manche Gruppentherapien zurück und ich war gespannt auf jeden neuen Tag – Was geschah hier? Wo war ich gelandet? So viel konzentrierte Liebe und Wärme, es war absolut magisch. Ich fühlte mich einfach willkommen, jeder war hier willkommen. Der Heiligenfeld-Geist hatte mich längst in seinen Bann gezogen. Ich erlebte eine Form der Gemeinschaft und der Hilfsbereitschaft und der Herzenergie wie ich sie vorher nie erlebt hatte. Vor allem unter meinen süßen zauberhaften Praktikanten. Noch nie hatte ich mich so aufgefangen und geborgen in einer Gruppe gefühlt. Während der ganzen Zeit in Heiligenfeld stand mein Herz weit offen, ich war vollkommen in meiner Mitte, vertraute meiner Kraft, war so nah an der Essenz meiner Seele. Ich sah mich aufgehen in dieser Umgebung und in diesem Arbeitsfeld. War fasziniert von meiner eigenen inneren Ruhe, die sich hier entfalten konnte.

An einem der ersten Tage nun stand ich draußen in der Raucherecke, hier standen auch die Auszubildenden aus einer der anderen Heiligenfeld Kliniken. Wow, dachte ich, wie schön, noch mehr fantastische Menschen, noch mehr Herzlichkeit, und war erpicht darauf, mit jedem in Verbindung zu treten. In einer Unterhaltung nahm ich plötzlich von der Seite eine Frau wahr, die sich mir zugewandt hatte. Offensichtlich wollte sie sich mir vorstellen. Sie reichte mir ihre Hand und ich blickte in ihre Augen: Wow. Die Intensität ihres Blickes raubte mir fast den Atem. Sie war wunderschön. Sie war die personifizierte vollkommene Liebe. Ihr Blick umhüllte mich für diese paar Sekunden mit einem goldenen Schleier aus reiner, purer Liebe. Ihre Präsenz macht mich beinahe verlegen. Sah sie jeden Menschen so an? Verwechselte sie mich vielleicht? Wie kann mich jemand, der mich nicht kennt, noch nie gesehen hat, nicht weiß, ob ich überhaupt nett bin, so anschauen? Sie stellte sich mir vor und hieß mich willkommen, wünschte mir eine schöne Zeit hier in Heiligenfeld. Ihr Strahlen und ihre auf mich gerichtete überquellende Liebe in diesem Moment, waren für mich das Sinnbild einer einnehmenden, alles durchströmenden, kraftvollen und hellen Energie einer weiblichen Urkraft, einer großen Schöpferin, einer riesigen, die Welt umarmenden Mama. Fürsorglich, voller Güte, ohne jegliche Negativität, Bewertung oder Verurteilung. Einfach da im Jetzt, eine zeitlose himmlische Energie.

Während der Zeit in Bad Kissingen streiften sich unsere Wege ab und zu, wir trafen uns auf einer Party, tanzten und wechselten einige Worte. Doch ich sah sie nicht allzu oft, wir arbeiteten in verschiedenen Gebäuden und so will ich nicht sagen, dass ich sie wieder vergaß, aber sie war während der Zeit nicht so präsent für mich, meistens verbrachte ich die Zeit mit anderen Menschen. Bis zu meinem letzten Abend dauerte es, dem gemeinsamen Abschiedsabend, wo wir uns wieder begegnen sollten. Ich saß an einem der Tische vor der Kneipe, in der ich schon einige Stunden während meiner Praktikumszeit verbracht hatte. Am Tisch waren all die liebenswerten Menschen, mit denen ich diese intensive Zeit geteilt hatte. Meine Zuneigung zu ihnen war in diesem Augenblick so stark. Wir alle konnten es noch nicht wirklich fassen, dass diese magische Zeit nun zu Ende gehen sollte und wir schon morgen wieder unsere eigenen Wege gehen würden. Wir lagen uns lange in den Armen, waren in tiefer Dankbarkeit und Wertschätzung für den jeweils anderen. Ehrlich, noch nie habe ich so etwas in dieser Intensität und Konzentration erlebt. Nach dem mich der erwachteste Mensch, den ich dort kennen gelernt hatte, mit liebenden und anerkennenden Worten des Abschieds übergossen hatte und ich schon völlig überfordert von so viel Liebe war, kam sie zu mir, um sich von mir zu verabschieden. Und wieder traf mich ihr Blick mit der geballten Ladung Liebe wie ein Schlag. Ich weiß nicht, wie lange wir uns in die Augen schauten. Vielleicht drei Minuten. Nur schauen, nur Blick, nur: Liebe. Keine Worte. Fast konnte ich diesem Blick nicht standhalten. Wenn ich vorher gedacht habe, ich könnte Liebe nicht nur gut geben, sondern auch empfangen und annehmen, dann hatte ich mich wohl getäuscht. Um pure, wahre und reine Liebe annehmen zu können, musst du sie dir auch zusprechen können. Ich jedoch schämte mich fast dafür, schämte mich für mich selbst – so deutlich wurde mir wieder mein großes Loch im Herzen vor Augen geführt, mein Leck an Selbstliebe. Schaute sie wirklich mich so an, obwohl wir uns kaum kannten? Ich konnte es immer noch nicht richtig fassen, ja, ich konnte mit der Liebe, die man mir entgegenbrachte und nach der sich jeder Mensch sehnt, nicht umgehen. Als sie gegangen war, musste ich weinen. Ich fühlte, dass die Begegnung mit diesem Menschen mehr war, als nur die gegenseitige Registrierung zweier Menschen. Es war mehr, als nur ausgetauschte Höflichkeit. Es war mehr als nur Anerkennung meiner Person. Es war eine Begegnung außerhalb von Zeit und Raum. Sie berührte mich tief, in der tiefsten verborgenen Schicht meines Herzens, welches durch diese Begegnung eine Ahnung davon bekam, was wahre Liebe ist. Welches berührt wurde von einer ursprünglichen Kraft, einer Essenz, die sich nach dem absoluten zu Hause anfühlt. Einem zu Hause, wo das Herz und die Seele geborgen sind in der Welt und im Universum und für immer vollkommen und sich dessen bewusst – und gleichzeitig spürt das Herz, wie entfernt es noch von diesem zu Hause ist. Deshalb musste ich weinen, deshalb war ich überfordert. Es war, als hätte ich für einen kurzen Moment durch eine Tür gespäht, die den Eingang zu einer neuen, friedlichen, von Licht durchtränkten Welt markiert. Einer Dimension, in der man sich verlieren und für immer bleiben möchte.

Ghazal, auch wenn wir uns noch nicht lang kennen (und wahrscheinlich doch schon seit hunderten von Leben), möchte ich dir sagen, dass du, dein Blick und deine tiefe, von Wärme und Präsenz durchdrungene Stimme für mich der Inbegriff der göttlichen, weiblichen Essenz sind. Auch wenn wir inzwischen am Telefon manchmal sprechen, fühle mich absolut geborgen. Du bist immer präsent und mit deiner ganzen Hingabe da. Ich danke dir dafür. Dafür, dass du dich traust, diese Kraft zuzulassen, die durch dich und dein Herz strömt und du die Welt damit beschenkst. Du hast mich entblößt, vollkommen nackt gemacht und gleichzeitig gezeigt, wozu das menschliche Herz fähig ist und wozu auch ich fähig sein werde.

 

Klick auf das Video, um auf die Healing Music zu meditieren, um Shakti zu erfahren, die weibliche Urkraft des Universums. Sie ist die Kraft der Transformation, sie bewirkt in dir ein Lebensgefühl von Bedeutung und Selbstwert. Die Musik hilft mir zu realisieren, dass ich ein Teil dieses großen Ganzen bin und, dass Gott immer da ist und ich vollkommen ins Leben vertrauen kann. Ich entdecke die unerschöpfliche Liebe in meinem Herzen und eine große Kraft, alles zu erreichen, wovon ich träume. 

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