











… und sie ist nun nicht mehr da.
Ich schreibe diesen Text für jemanden, dem die Dokumentation meiner Entwicklung helfen kann, weiterhin an das Licht zu glauben. Denn – irgendwann kommt es. Und dann bleibt es !
„Ich weiß, dass ich eigentlich ein fröhlicher Mensch bin, ich weiß das!“ sagte ich einmal vor vielen Jahren am Telefon, doch mein Gegenüber glaubte mir nicht. In dessen Augen war ich für immer so. So depressiv. Und ich glaubte das auch lange Zeit.
Der Grund, warum ich mein jetziges Leben so genießen kann und so dankbar dafür bin, ist, weil es so lange so dunkel war. SO. DUNKEL. IN. MIR.
Es wog eine tonnenschwere Last auf mir, ich fühlte mich schwer und wollte sehr oft lieber sterben, über Jahre. Nicht jeden Tag, aber immer wieder wurde mein Geist von dieser Sehnsucht eingenommen.
Ich arbeitete mich durch einen metertiefen Sumpf, der nie zu enden schien.
Als früher sehr introvertierter Mensch konnte ich erst auftauen, wenn ich mich wirklich sicher fühlte. Auf vielen Bildern meiner Kindheit habe ich schon mit jungen Jahren ein trauriges Gesicht. Auch, wenn da immer wieder viel Fröhlichkeit war, bin ich mit der Traurigkeit im Hintergrund und einer gleichzeitigen merkwürdigen Leere in mir groß geworden.
Auf dem Schulhof mit 6 Jahren, in der ersten Klasse, stand ich das erste Vierteljahr mutterseelenallein und wie eingefroren unter tobenden Kindern und konnte nicht agieren. Ich war in meinem Körper nicht wirklich anwesend, sondern innerlich weg, aus lauter Überflutung. Alles Fremde war die größte Bedrohung. Ein Gefühl von Isolation mein stetiger Begleiter. Kurz bevor die Lehrerin eine Schulpsychologin einschalten wollte, machte es klick und ich begann in Kontakt mit anderen Kindern zu treten und mich wohl zu fühlen. Neue Situationen und Veränderungen waren für mich immer ein Alptraum und ich war nicht so schnell wie andere in der Verarbeitung vom Leben in dieser viel zu großen und als überwiegend kalt und fremd empfundenen Welt.
Und dann das Hauptthema meines Lebens: der Vergleich mit anderen Frauen. Eine Art von Sucht, die mich jedes Mal leer und mit einem Gefühl der eigenen Bedeutungslosigkeit zurück ließ. Meine Gedankenwelt war zutiefst selbstzerstörerisch.
All das waren aus meiner heutigen Sicht die Jahre der Karma-Aufarbeitung: Altes, Schweres und auch der kollektive Schmerz meiner weiblichen Ahninnen durchlebte mich, lebte durch mich und wurde gelöst – die Hölle auf Erden. Ich hatte mir viel vorgenommen, hier zu lösen, bevor ich inkarnierte.
Wut und Trauer, wohin das Auge und das Fühlen reichte.
Kliniken, Stationsaufenthalte, Angststörung, Medikamente und so weiter und sofort.
Ich wollte nur eines: Die FORMEL finden. Die Formel für mein Leben. Weil ich immer ganz tief wusste: ich werde sie finden und dann macht es klick, wie der Schlüssel im Schloss.
Mit fast nur definierten Zentren (aber einer offenen und für Stress sehr anfälligen Wurzel) in meinem Human Design, ist es essentiell, dass ich mein Leben stark nach meinen Bedürfnissen ausrichte, weil ich mich sonst sehr schnell energielos, depressiv und haltlos fühle. Es ist sehr konkret und sehr (gesund) „egoistisch“ wie ich leben und mich um meine Gesundheit auf körperlicher, geistiger und emotionaler Ebene kümmern muss, damit ich wirklich strahlen und thriven kann. Das heißt: viel Sport, viel Tanz, viel Sauna, viel Sonne, viel gute Nahrung, Detox, zusätzliche Vitamine, keinen Alkohol, keine Drogen, kaum Zucker, Gedankenhygiene, Meditation, Bewusstseinsarbeit, Struktur und Alltag durchs Mamasein, die eigene Berufung und Passion leben und in Geld umsetzen, Atmen, STILLE und viel Zeit allein… Und vor allem: stetige Herzöffnung.
Ich kann es manchmal kaum glauben, aber inzwischen stehe ich an den meisten Tagen auf mit einem Gefühl von unfassbar schöner Leichtigkeit und Begeisterung für das Leben.
Ich bin zutiefst dankbar, so einen großen LeidensDRUCK über Jahre hinweg erlebt zu haben, denn wenn es sich nicht mehr aushaltbar anfühlt, bist du gezwungen, die Dinge in deinem Leben zum Guten zu verändern. Nur unter großem Druck entstehen die Diamanten. Deswegen lebe ich jetzt kein halbgares Leben und meckere auch nicht ständig rum, was alles scheiße läuft. Denn mein Leben läuft so gut. Ich danke also den Extremen in mir, denn sie lassen mich unendlich wachsen. If you don’t like something, change it!
Es ist viel, dass ich tun bzw. nicht tun muss, um ein Leben zu leben, das meiner Seele entspricht – aber diese Form von Disziplin nehme ich gerne in Kauf. Weil mich das Leben im Gegenzug unendlich beschenkt.
